Gemeinden prüfen eine regionale Feuerwehr

Die Gemeinden Rorschach, Rorschacherberg und Goldach prüfen eine regionale Feuerwehr. Die vertieften Abklärungen sollen zeigen, wie sich ein Zusammenschluss feuerwehrtechnisch und finanziell auswirkt. Die Resultate bilden die Basis für die politischen Entscheide der Behörden. In der Arbeitsgruppe vertreten ist auch die Gemeinde Tübach.

Heute verfügen die Gemeinden Rorschach, Rorschacherberg und Goldach je über eine gut ausgerüstete, eigenständige Feuerwehr. Seit vielen Jahren besteht eine Vereinbarung über die vertiefte Zusammenarbeit. Der Feuerschutz für die Region ist auf einem hohen Niveau gewährleistet. Die drei Gemeinden können im Ernstfall auf die Hilfe der starken Nachbarfeuerwehren zählen. Die Finanzierung ist über die Feuerwehr-Ersatzabgabe sichergestellt, der allgemeine Finanzhaushalt folglich nicht belastet. Ein Leidensdruck besteht auf den ersten Blick also weder auf der feuerwehrtechnischen noch auf der finanziellen Seite. Logischerweise ergeben sich Doppelspurigkeiten.

Konzept über die regionale Zusammenarbeit

Die Gemeinderäte von Rorschacherberg und Goldach sowie der Stadtrat von Rorschach haben im vergangenen Jahr das Konzept über die regionale Zusammenarbeit erarbeitet und genehmigt. Darin ist folgende Zielsetzung formuliert: „Die Gemeinden Goldach, Rorschacherberg und Rorschach wollen für ihr zusammengebautes Siedlungsgebiet durch konkretes, sichtbares Zusammenwirken zeitgemässe Einrichtungen und Abläufe für die Einwohner schaffen, ein Wir-Gefühl (Identität) entwickeln, gegenüber dem Bund, dem Kanton und innerhalb der Region St. Gallen-Bodensee mit einer Stimme auftreten.“

Eine gemeinsame Feuerwehr Rorschach-Rorschacherberg-Goldach entspricht dieser Zielsetzung und wäre ein sinnvoller Bereich für eine regionale Zusammenarbeit.

Hohes Niveau langfristig sichern – mit optimierten Kosten

Die gesellschaftliche Entwicklung geht auch an den Feuerwehren nicht spurlos vorbei. Die Rekrutierung des Nachwuchses gestaltet sich – auch wegen des hohen Trainingsaufwandes zur Erhaltung der Einsatzbereitschaft – immer schwieriger. Es liegt auf der Hand, dass der Personalbedarf in drei eigenständigen Organisationen höher ist als in einer gemeinsamen. Entsprechend höher ist auch der Bedarf an Ausrüstung, Material und Fahrzeugen. Die Fusion von Feuerwehren kann also ein Mittel sein, um ein hohes Sicherheitsniveau bei gleichzeitig optimierten Kosten zu erhalten. Kommt hinzu, dass dank dem technologischen Fortschritt grosse Brände immer seltener werden. Dem gleichbleibend hohen Trainingsaufwand stehen folglich immer weniger Brandeinsätze gegenüber. In einer regionalen Feuerwehr kann sich dieses Verhältnis verbessern. 85 % aller Einsätze dienen heute jedoch der Bewältigung von Elementarereignissen, Öl- und Chemiewehrschadenfällen, technischen Einsätzen und einer Vielzahl von Hilfe- und Dienstleistungen.

Technische Grundlagen für politische Entscheide

Beim Entscheid über die Fusion von Feuerwehren spielen technische, finanzielle und politische Faktoren eine Rolle. Die Exekutiven von Rorschach, Rorschacherberg und Goldach möchten eine klare fachliche Ausgangslage, bevor sie politische Entscheide fällen. Sie haben deshalb eine Arbeitsgruppe eingesetzt mit dem Auftrag, die notwendigen Grundlagen zu erarbeiten. In der Arbeitsgruppe sind die Ratspräsidenten, die zuständigen Ratsmitglieder, die Feuerwehrkommandanten und ein Fachmann des Amtes für Feuerschutz vertreten. Die Federführung obliegt dem Gemeindepräsidenten von Goldach. Weiter hat auch der Gemeinderat Tübach einen Vertreter delegiert. Tübach verfügt ebenfalls über eine eigene Feuerwehr, hat sich aber für eine enge Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr der Stadt St. Gallen entschieden. Die Vision einer starken regionalen Feuerwehr kann sich auch auf die Strategie der Gemeinde Tübach auswirken.

Die Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, den beteiligten Räten bis Ende dieses Jahres einen ersten Bericht zu erstatten.


Hubretter
Bereits heute regional im Einsatz: Hubretter der Feuerwehren Region Bodensee

Datum der Neuigkeit 30. Juni 2010

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